Rainpark, Brügg

Brügg, Nachbargemeinde von Biel, liegt am Nidau-Büren-Kanal, der ehemaligen Zihl. Bedeutung erlangte das Gebiet in spätrömischer Zeit durch die Route Aventicum – Basel mit dem Zihlübergang bei Brügg, der dem Dorf seinen Namen gab („Brugge“ - „Brucka“ - „Brügga“).

Die Ueberbauung des ehmaligen Ackergebietes westlich des alten Dorfkerns, des „Berletäcker“, nahm Ende des 19. Jh. seinen Anfang, die grösste Bautätigkeit folgte zwischen 1950 und 1970. In diesem Zusammenhang wurde der vom Bärlet nach Biel-Madretsch führende kleine Flurweg zur Quartierstrasse, der heutigen Rainstrasse, ausgebaut. „Rain“ bedeutet Ackergrenze / Wegrand, im allemannischen Sprachraum auch Abhang.

Diesen Abhang haben sich die Architekten zu Nutze gemacht, als sie 1968 die Siedlung Rainpark zwischen Bärletwald und Rainstrasse planten: am Waldrand das Mehrfamilienhaus (die „Scheibe“), im Hang die Reihenhäuser (der „Teppich“). Mitten in einem Quartier von kleinen, freistehenden Einfamilienhäusern entstand eine Siedlung, die bereits in diesen frühen Jahren ihren Beitrag zum verdichteten Wohnen leistete und aufzeigte, wie trotz kompakter Bauweise eine hohe Lebensqualität mit viel Privatsphäre geschaffen werden kann.